Prof. Dr. Mario Rund

DePart – „Demokratie partizipativ im Gemeinwesen stärken“ seit 2026
KomPart – „Kommunale Sozialplanung und Partizipation“ seit 2024

DePart untersucht, wie Gemeinwesenarbeit demokratische Teilhabe und Mitgestaltung im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen stärken kann. Dazu werden drei Projekte der hessischen GWA-Förderung in unterschiedlichen städtischen und ländlichen Regionen wissenschaftlich begleitet. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Hindernisse demokratische Beteiligung erschweren und wie diese gemeinsam mit Bewohner:innen, Fachkräften, Trägern und kommunalen Verwaltungen überwunden werden können. Die Beteiligten entwickeln gemeinsam Lösungsansätze, erproben diese in der Praxis und werten ihre Erfahrungen aus. Hierzu werden partizipative Formate genutzt, die den verschiedenen Nutzer*innen entsprechen. Die gemeinsamen Entwicklungs- und Erprobungsprozesse werden durch fokussierte ethnografische Beobachtungen wissenschaftlich begleitet. 

Fachlich wird DePart von einem interdisziplinär zusammengesetzten Expert:innennetzwerk unterstützt, das den Forschungsprozess berät und reflektiert und unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, Fachpraxis und Förderpolitik einbringt.

Für die GWA-Forschung liefert DePart praxisnahes und übertragbares Wissen darüber, unter welchen Bedingungen Gemeinwesenarbeit demokratische Beteiligung ermöglicht, Ausschlüsse abbaut und lokale Aushandlungsprozesse stärkt. Die Ergebnisse fließen in Praxis, Hochschullehre, Weiterbildung und die Weiterentwicklung der hessischen GWA-Förderung ein.

https://wissenschaft.hessen.de/presse/hessen-foerdert-antisemitismusforschung-und-wissenschaftliche-begleitung-von-demokratieprojekten

Projektlaufzeit   01.07.2026 bis 31.07.2028

Fördersumme 260.000 Euro 

Projektleitung    Prof. Dr. Mario Rund

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. phil. Zijad Naddaf

Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) im Rahmen des Programms „Stärkung der Demokratieforschung Hessen“ gefördert.

 

KomPart

Die Kommunen und Landkreise sehen sich bei ihrer verfassungsmäßigen Aufgabe, gleichwertige Lebensverhältnisse für alle Menschen in den kommunalen Teilräumen herzustellen und die öffentliche Daseinsvorsorge zu sichern, mit großen Herausforderungen konfrontiert. Dies wird unter anderem beim Angebot sozialer Dienstleistungen, der Wohnraumversorgung oder der Unterbringung von Geflüchteten deutlich. Sozialplanung und andere Planungsprozesse werden als Möglichkeit gesehen, die Kommunen bei diesen Herausforderungen zu unterstützen und die Einwohner:innen in Entscheidungsprozesse einzubinden. Allerdings ist wenig darüber bekannt, wie diese Prozesse in der Praxis Anwendung finden, welchen Zwecken sie dienen und welchen Einfluss sie auf die Bewältigung kommunaler Herausforderungen haben. 
Das Forschungsprojekt „KomPart“ soll daher einerseits theoretisches Grundlagenwissen über Prozesse der Wissensproduktion in Kommunalverwaltungen gewinnen und andererseits praxisbezogenes, anwendungsorientiertes Wissen generieren. Dieses Wissen soll in die Praxis zurückgespiegelt werden und zu deren Weiterentwicklung beitragen. Das Forschungsprojekt wird an drei Hochschulstandorten (Technische Hochschule Köln, Hochschule Darmstadt, Universität Duisburg-Essen) und in Kooperation mit dem VSOP (Verein für Sozialplanung e. V.) umgesetzt. Es ist als gemischtmethodische Untersuchung konzipiert, die in mehreren, sukzessiv aufeinander aufbauenden Schritten durchgeführt wird.
In den Jahren 2024/2025 fand zunächst eine bundesweite Online-Befragung zum Thema „Kommunale Planung und Partizipation“ in allen Landkreisen, kreisfreien sowie einigen kreisangehörigen Städten der Bundesrepublik statt. Ziel der Befragung war es, den aktuellen Stand der Praxis der (Sozial-)Planungsprozesse in der Bundesrepublik möglichst umfassend zu erheben und in Eckpunkten abzubilden. Die Ergebnisse der Online-Befragung bieten einen ersten Überblick und sollen als Grundlage für eine vertiefende Untersuchung der Planungspraxis von Städten und Landkreisen dienen. Gleichzeitig ermöglichte die Befragung den Zugang zur Praxis als Ausgangspunkt für weitere Forschungsschritte. 
Im Jahr 2026 wurden in einem zweiten Schritt mehrere Städte und Landkreise als Praxisbeispiele ausgewählt, in denen vertiefende qualitative Untersuchungen durchgeführt wurden. Ziel dieser Erhebungen ist es, einen umfassenden und detaillierten Einblick in die Planungspraxis der ausgewählten Städte bzw. Landkreise zu gewinnen. Dabei sollen nicht nur einzelne Elemente, sondern das Zusammenspiel verschiedenster Aspekte abgebildet werden: Rahmenbedingungen und Ressourcen, politische Kräfteverhältnisse, Arbeits- und Organisationsprozesse, Selbstverständnisse und konkretes Handeln der Planungsakteure sowie Widersprüche und Ambivalenzen der Praxis. 
Ausgehend von einem grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisinteresse beabsichtigen wir nicht, einzelne Städte oder Landkreise als sogennate Best-Practice-Beispiele auszuweisen oder nach bestimmten Kriterien Bewertungen oder Rangfolgen zu erstellen. Das Ziel der Untersuchung ist keine normative Beurteilung von Planungsprozessen, sondern eine deskriptive und vergleichende Darstellung, die auch und gerade Handlungszwänge und -notwendigkeiten, Konflikte und Widersprüche der Praxis aufzeigen soll. 

Projektbeginn    01.01.2024 

Projektkooperation  Prof. Dr. Mario Rund (Hochschule Darmstadt), Dr´in. rer. pol. Laura Einhorn (Technische Hochschule Köln), Volker Pascal Schüren (Universität Duisburg-Essen)