Cornelia Krause-Girth

Prof. Dr. med. Cornelia Krause-Girth

"Geschlechtsspezifische Prävention psychosozialer Probleme in städtischen Kindertagesstätten und die Wechselwirkungen mit der Arbeitsbelastung und Gesundheit des pädagogischen Personals"

Laufzeit: 2008 - 2012

Zentrale Forschungsfrage dieses Modellprojektes ist, ob sich mit niedrig schwelliger geschlechtsspezifischer Prävention in Kindertagesstätten die Rate von Kindern mit psychosozialen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten verringern lässt. Zum anderen wird empirisch untersucht, ob sich die Arbeitsbelastungen und Gesundheit des Personals durch gezielte Intervention, z.B. Supervision, im Rahmen des Projektes verändern lassen.

Neuere Studien zeigen einen Anstieg psychischer und sozialer Probleme von Kindern insbesondere dort, wo Kinderarmut zunimmt. Die Geschlechterkomponente wird dabei oft übersehen, obwohl die Debatte um die Diagnose AD(H)S und die steigenden Verordnungen von Psychopharmaka an Kinder überwiegend Jungen betreffen. Eine geschlechtersensible präventiv orientierte Haltung zu entwickeln ist ein Ziel unseres Projekts.

Kindertageseinrichtungen besitzen die Bedeutung von Bildungsorten, die in vielfältiger Weise sozialpädagogisch fördern können. Allerdings nur dann, wenn sie über qualifiziertes und ausreichendes Personal verfügen. Dass dies oft nicht die Realität ist, zeigen aktuelle Studien sowie unsere bisherigen Zwischenergebnisse. Es lässt sich erkennen, dass die Gesundheitsbeeinträchtigungen sowie die Arbeitsbelastungen des Personals hoch sind. An dieser Stelle setzt unser Projekt mit seinen Angeboten an: Supervision, Weiterbildungsmaßnahmen, Beratung sowie thematischen Elternabenden.

Das Präventions-Projekt wird in sechs Kindertagesstätten in Darmstadt durchgeführt; Unterstützung findet es von Seiten der Stadt Darmstadt und des Darmstädter Forums für psychoanalytische Heilpädagogik und Soziale Arbeit e.V.

Leitende Forschungsfragen sind:

  • Lässt sich durch Fortbildung und Supervision des pädagogischen Personals die Rate verhaltenssauffälliger Kinder in Kindertagesstätten beeinflussen?
  • Lassen sich mit dieser qualitativen Optimierung der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten die subjektiven Arbeitsbelastungen des Personals verringern?
  • Kann durch diese Förderung eine Qualitätsintensivierung und -sicherung der Betreuung im Kindertagesstättenbereich erfolgen?


Unter die oben genannten Forschungsfragen subsumieren sich folgende Teilziele:

a) Erkenntnisgewinn

  • Erfassung der Geschlechtsverteilung psychosozialer Probleme
  • Erarbeitung eines möglichen Zusammenhangs von Migrationserfahrungen und geschlechtsspezifischen psychosozialen Problemen


b) Qualitätssicherung im Bereich der Kindertagesstätten

  • Förderung der Eltern-Kompetenz im Rahmen von Elternabenden
  • Weitergehende Qualifizierung und Sensibilisierung der ErzieherInnen für geschlechtsspezifische psychosoziale Auffälligkeiten
  • Fortbildungsangebote für ErzieherInnen und Eltern
  • Entlastung des pädagogischen Personals durch Supervision


c) Qualitätssicherung sozialpädagogischer Ausbildung durch die Anbindung des Projekts an die Lehre

  • Intensivierung des Praxisbezuges und der Ausbildungsqualität durch begleitende Projekt-Interventionsarbeit im Rahmen von einjährigen Praktika von Studierenden in den Kindertagesstätten.
  • Sensibilisierung für geschlechterspezifische Entwicklungen von psychosozialen Problemen im Kindesalter und ihre Implikationen für eine präventive Soziale Arbeit bei Studierenden wie Absolventen im Berufsanerkennungsjahr. Die Gesamtlaufzeit des Modellprojektes ist auf drei Untersuchungsjahre angelegt (bis Ende 2010). Da das Projekt sich als Mittler zwischen Theorie und Praxis versteht, werden während des gesamten Forschungsprozesses die Erkenntnisse der Erhebungen in die Praxis im Rahmen von Fortbildungen zurückgemeldet.


Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Krause-Girth

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Katrin Einert, Christine Kilian, Dr. Christa Oppenheimer (bis April 2010), Ulrike Leonhardt (ab Mai 2010)

Kooperationen: Darmstädter Forum für psychoanalytische Heilpädagogik und Soziale Arbeit e.V., 64347 Griesheim

Finanzierung: Hans-Böckler-Stiftung, Magistrat der Stadt Wissenschaftsstadt Darmstadt, Bürgerstiftung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, gFFZ Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen, DAK, DPV Stiftung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung

 

Kontakt: Prof. Dr. Cornelia Krause-Girth, Cornelia.Krause-girth@h-da.de